Hyperthermiezentrum Bielefeld
 
 

Photodynamische Therapie

Was ist die photodynamische Therapie?

Die Photodynamische Therapie, kurz PDT, ist eine spezielle, sehr moderne Form der Krebstherapie unter Verwendung von Licht. Hierbei wird eine Substanz, die als Photosensibilisator bezeichnet wird, selektiv im Tumorgewebe angereichert und dann mit Licht einer substanzspezifischen Wellenlänge bestrahlt. Das Zusammentreffen von Licht und Photosensibilisator führt zur Bildung einer Substanz, die als Zellgift fungiert und Tumorzellen zerstört.

Die Photodynamische Therapie (PDT) stellt ein neues minimal invasives Therapieverfahren dar, das zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Der Photosensibilisator hat die Fähigkeit, die Energie des Lichtes aufzunehmen und an Sauerstoffmoleküle weiterzugeben. Entscheidend für den zytotoxischen Effekt in der Tumorzelle ist Umwandlung von Triplett- in Singulett-Sauerstoff. Der Singulett-Sauerstoff ist hochtoxisch und reagiert mit Bestandteilen der Tumorzelle, wodurch apoptische und / oder nekrotische Prozesse eingeleitet werden.

Die Anwendung findet sich vorwiegend im Zahn-, Mund- und Kieferbereich sowie in der Tumor-/Krebstherapie. Im Zahn-, Mund- und Kieferbereich richtet sich diese schmerzarme und nebenwirkungsfreie Therapie gezielt gegen krankmachende Mikroorganismen und stoffwechselgestörte Zellen (antimikrobielle PDT, Helbo). Mit Hilfe eines Farbstoffs (Chlorin E6, Phenothiazin) werden infektionsverursachende Bakterien, Viren farbmarkiert und nach Bestrahlung mit Laserlicht bestimmter Wellenlänge und Energieintensität abgetötet. Einfach und effizient lassen sich zum Beispiel Implantatentzündungen (Periimplantitis), Zahnfleischentzündungen (Parodontalerkrankungen) usw. behandeln. Gerade allergische und MCS-Patienten (multichemical desease) profitieren von dieser Methode, da ihr Einsatz ohne Antiobiotika erfolgt.

Medizinische Anwendungen solcher Art haben an der Haut begonnen, z. B. bei der Behandlung von Psoriasis. Mit dem technischen Fortschritt der Laser und Lichtleitertechnik wurden innere Organe für Licht erreichbar, weshalb sich das medizinische Interesse an der PDT erhöhte. Der Vorzug der Behandlungsmethode liegt in der geringen Belastung des Patienten. Klinisch wird die PDT in verschiedenen medizinischen Bereichen u. a. in der Pulmologie, der Urologie, der Dermatologie, der HNO- Heilkunde, der Gastroenterologie und der Augenheilkunde eingesetzt.

Die Anwendung der PDT in der Medizin, vor allem in der Onkologie, gilt für bestimmte Indikationen als etabliert. Der Vorteil dieser Therapie ist die selektive Anreicherung der phototoxischen Substanz im Tumorgewebe, das minimal invasive therapeutische Vorgehen, das im Gegensatz zu operativen, chemo- oder strahlentherapeutischen Verfahren eine deutlich geringere Belastung für den Patienten darstellt.

Potentielle Risiken der PDT sind die Lichttoxizität der Haut, die Schmerzsensationen und die Ödembildung im Behandlungsgebiet.

Was passiert auf molekularer Ebene ?

Der Photosensibilisator hat die Fähigkeit, die Energie des Lichtesaufzunehmen und an Sauerstoffmoleküle weiterzugeben. Dabei entsteht dersog. Singulettsauerstoff (1O2). Das ist eine energetisch angeregte Formvon molekularem Sauerstoff, die sehr reaktionsfreudig ist. Der Singulettsauerstoff kann z. B. Lipide der Membranen der in der Näheliegenden Tumorzellen zerstören. Damit nicht andere Gewebezellenzerstört werden, ist es wichtig, dass der Photosensibilisator selektivim Tumorgewebe angereichert wird. Bei dem Prozess der Generierung von Singulettsauerstoff wirkt der Photosensibilisator ausschließlich alsKatalysator. Das heißt, dass der Singulettsauerstoff in vielfachenMengen des angereicherten Photosensibilisators produziert wird.