Hyperthermiezentrum Bielefeld
 
 

Die Hyperthermie

Seit alten Zeiten ist die Hyperthermie (Überwärmung) als eine sehr hilfreiche und wirksame Heilmethode in allen Kulturen bekannt. Diese Behandlungsform wurde lange in Form einer Ganzkörper-Hyperthermie durchgeführt und diente zur allgemeinen Stärkung und Entschlackung des Organismus. Dabei wurde ein besonderer Wert auf den Effekt des Schwitzens, der Durchblutungsförderung im Bereich der Weichteile und der Umstimmung der Körperabwehr gelegt. Beispiele für diese Art der physikalischen Therapie stellen die "Schwitzhütte", das Moorbad aber auch die Sauna-Therapie dar. Bei der letzteren Anwendung wird neben den Effekten der Wärmebehandlung der Roborierungseffekt der anschließenden Kältetherapie (schmerzlindernd, abschwellend, reaktiv durchblutungsfördernd, vegetativ dämpfend) im Sinne einer Schaukeltherapie zusätzlich genutzt. Seit den 50-iger Jahren beschäftigt sich die medizinische Wissenschaft aufgrund der technischen Weiterentwicklungen mit neuen Formen der Hyperthermiebehandlung, bei denen die Wärme mit Hilfe ganz unterschiedlicher Wärmeträger entweder ganzkörperlich oder lokal an den Körper geführt wird.

Tumorzellen reagieren auf eine Wärmeeinwirkung wesentlich empfindlicher als normale Körperzellen und sterben bei einer kritisch erhöhten Wärmezufuhr ab. Zusätzlich werden durch die Wärmewirkung in der weiteren Tumorumgebung die Gewebedurchblutung verbessert und wichtige Hormone und Abwehrzellen stimuliert. In der Tumorregion sollte eine Temperatur von ca. 42° C über eine längere Zeit erzielt werden, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen. Dies ist technisch nicht einfach zu bewerkstelligen und benötigt einen großen apparativen Aufwand (EDV-gesteuerte Technik).

Es hat sich gezeigt, dass die Hyperthermie allein für die Krebsbehandlung nicht ausreicht. Gute Therapieeffekte werden in der Literatur bei kombinierten Behandlungen - Hyperthermie mit Bestrahlung bzw. Hyperthermie mit Chemotherapie - beschrieben. Studien über die Kombination der Hyperthermie mit der Tumorimpfung mit dendritischen Zellen bzw. anderen Immuntherapien, wie wir dies im Zentrum anbieten, stehen noch aus. Es ist aufgrund der nachgewiesenen Wirksamkeit der einzelnen Therapieformen anzunehmen, dass sie in Kombination in gleicher Weise wie die schon untersuchten Verfahren noch effizientere Therapieerfolge bewirken können.

Im unserem Hyperthermiezentrum wird das Therapieverfahren der Hyperthermie als regionale Hyperthermie für lokal begrenzte Tumoren bzw. Metastasen und als moderate Ganzkörperhyperthermie für weit gestreute Tumoren angeboten.

Die regionale Hyperthermie bündelt die Wärmewirkung in einem relativ kleinen Bereich und ist damit für die Behandlung einzelner solider Tumoren im Kopf- oder Körperbereich geeignet.

Die Ganzkörperhyperthermie erwärmt den gesamten Organismus und steigert die Abwehrkräfte. Sie eignet sich zur Therapie gestreuter Krebstellen bzw. zur allgemeinen Abwehrverbesserung.

Die Hyperthermie sollte möglichst in Kombination mit einer klassischen Therapie und/oder einer Immuntherapie erfolgen. Die ganzheitliche Abklärung und Behandlung von Therapiehindernissen/Blockaden (MORA) verbessert die Ansprechraten.

 

 

Was ist Hyperthermie? „Kühle Hitze“

Die bereits in der Antike bekannte Hyperthermie (Überwärmung) wird heute wieder in der modernen klinischen Krebsbehandlung eingesetzt.

Die konventionelle Hyperthermie versucht mittels einer Überwärmung von 38,0° C bis > 42,5° C das Wachstum des bösartigen Gewebes zu hemmen oder den Tumor zu zerstören.

Was ist OncoThermie?

Zu den Standardbehandlungen bei Tumorerkrankungen zählen heute die Chirurgie sowie die Strahlen- und Chemotherapie. Eine weitere Waffe im Kampf gegen den Krebs bildet nun die aus dem Grundgedanken der Hyperthermie hervorgegangene OncoThermie.

OncoThermie fördert:

- die Wirkstoffdurchlässigkeit und -aufnahmefähigkeit des Tumors in der Chemotherapie
- die Anfälligkeit des Tumors für die Radiotherapie
- den Einsatz der eigenen Abwehrkräfte gegen die Tumorzellen
- die Verbesserung der Lebensqualität

Die Behandlung selbst ist einfach und völlig schmerzfrei. Bislang wurden bei der Anwendung der OncoThermie keinerlei Risiken, Nebenwirkungen oder Beeinträchtigungen anderer Therapien festgestellt.

Im Gegenteil – in Kombination mit anderen onkologischen Behandlungsmethoden unterstützt die OncoThermie deren Wirksamkeit.

Die Wirksamkeit der OncoThermie stützt sich im wesentlichen auf folgende Mechanismen:

- Tumorzerstörung (Nekrose) durch Erwärmung der extrazellulären Flüssigkeit
- Hemmung der Reparaturmechanismen bösartiger Zellen
- Nährstoffverarmung des Tumorgewebes
- Sauerstoffmangel durch Blutarmut im kranken Gewebe
- Übersäuerung des Tumors
- Sensibilisierung für die Chemo- und Strahlentherapie
- Verringerung der Chemo- und Strahlenresistenz
- Stimulation des Immunsystems

Das Verfahren der OncoThermie

Es gibt zahlreiche Erwärmungsverfahren für die lokale und systemische Hyperthermie. Die OncoThermie benutzt zur Energieübertragung ein elektrisches Feld. Die kapazitive Kopplung kann für die meisten Tumorläsionen angewandt werden, sogar bei Hirn- und Lungentumoren.

Das elektrische Feld dringt nicht in die Zelle ein, da die gewählte Frequenz von 13,56 Mhz zu niedrig ist und die Zellmembran wie ein „Faradayischer Käfig“ wirkt. Durch den permanenten Fluss des elektrischen Feldes entsteht ein Temperaturunterschied zwischen dem Zellinneren und der äußeren Zelle, der diese zerstört. Erst im Laufe der Behandlung wird der Tumor in seiner Gesamtheit erwärmt und es werden zusätzlich die Effekte der herkömmlichen Hyperthermie erreicht.

Ebenso wie in der Impendanztomographie bei der Vorsorgeuntersuchung von Brustkrebs, wird der unterschiedliche Widerstand von gesundem und krankem Gewebe genutzt, um eine gezielte Therapie des erkrankten Gewebes zu erreichen.

Damit wirkt die OncoThermie 3-fach auf die Tumorzelle ein:

- Zerstörung der Zellmembranen aufgrund eines gesteigerten Wärmeflusses
- Erhöhung des thermo-mechanischen Druckes auf die Membranen der erkrankten Zellen (elektro-osmotischer Effekt)
- Steigerung des thermo-elektrischen Stromes über die Zellmembran und deren Destabilisierung infolge einer Verringerung des Membranpotentials

Wissenschaftliche Anerkennung

Mehr als 35.000 Veröffentlichungen im medizinisch wissenschaftlichen Bereich zeigen eindeutig, dass durch Wärmebehandlung die Ergebnisse der klassischen onkologischen Behandlungen um mehr als 20 Prozent verbessert werden.

Der Wirkmechanismus der OncoThermie beruht auf einem innovativen und einzigartigen Verfahren. Die Nachfrage nach weiteren Behandlungszentren durch Mediziner und Patienten bestätigt den Erfolg der OncoThermie. Krebs ist kein unabwendbares Schicksal, es gibt Heilungs- und Behandlungschancen, die ständig weiter- und neu entwickelt werden.

OncoThermie

Fragen & Antworten

Ist die OncoThermie eine gängige Behandlungsmethode?

Ja, die Behandlung setzt sich mehr und mehr durch. Nahezu alle Kongresse beinhalten Vorträge oder ganze Vortragsreihen zum Thema Hyperthermie/OncoThermie. Eine beachtliche Zahl von Universitäten, Krankenhäusern, Tageskliniken und onkologischen Praxen verfügt über die Geräte zur spezifischen Krebsbehandlung

Ist die Behandlung mit Schmerzen verbunden?

Nein, die OncoThermie ist völlig schmerzfrei, ebenso verursacht die Behandlung keinerlei Unannehmlichkeiten, die im Anschluß auftreten können.

Kann die Behandlung mit anderen Behandlungsmethoden kombiniert werden?

Ja, der Kombination mit anderen Behandlungsmethoden sind keine Grenzen gesetzt. Synergien lassen sich insbesondere in der kombinierten Anwendung von OncoThermie mit Chemo- oder Strahlentherapie sowie mit chirurgischen Maßnahmen beobachten. Die Nebenwirkungen der gängigen Krebstherapien können darüber hinaus reduziert werden

Können aufgrund der Behandlung Nebenwirkungen auftreten?

Nein, die Behandlung hat keine negativen Konsequenzen. Dennoch ist Krebs eine sehr komplexe Krankheit, so dass jeder Einzelfall im Gespräch mit dem behandelnden Arzt detailliert erläutert werden sollte.

Lässt sich die Behandlung ambulant durchführen?

Ja, sollte ein Aufenthalt im Krankenhaus nicht aus anderen Gründen sinnvoll erscheinen, so ist ein Klinikaufenthalt nicht erforderlich.

Kann die Behandlung verlängert oder wiederholt werden?

Ja, die Behandlung kann wiederholt werden. Dauer und Häufigkeit der Behandlung obliegen dem behandelnden Arzt und sind von vielerei Kriterien abhängig.

Kann die Behandlung auch in späteren Stadien eingesetzt werden?

Ja, eine bedeutende Eigenschaft der OncoThermie ist die Erhöhung der Lebensqualität durch Linderung der Schmerzen und Reduzierung von Nebenwirkungen anderer Behandlungen.